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Reis und Arsen in der Beikost: Was das BfR empfiehlt

Redaktion: Mamio-Team · auf Basis von 3 Quellen (siehe unten) · Stand der Prüfung: 2026-10-23 · keine ärztliche Beratung

Reis kann mehr Arsen in anorganischer Form enthalten als andere pflanzliche Lebensmittel [1]. Weil anorganisches Arsen als krebserzeugend für den Menschen klassifiziert ist und sich bislang keine gesundheitlich unbedenkliche Aufnahmemenge ableiten ließ [1], empfiehlt das BfR Maßnahmen zur Reduktion — besonders in Produkten, die vor allem von Säuglingen, Kleinkindern und Kindern verzehrt werden [1]. Für Eltern läuft das nicht auf ein Reisverbot hinaus, sondern auf Abwechslung [1].

Wie Arsen in den Reis kommt

„Wie andere Getreidearten auch, nimmt die Reispflanze Arsenverbindungen über die Wurzeln auf" [1]. Der Unterschied liegt im Anbau: „Reis wird oft unter anaeroben (unter Ausschluss von Sauerstoff) Bedingungen im Boden angebaut, indem die Felder geflutet werden, was zu einer erhöhten Verfügbarkeit des Arsens im Boden führt" [1]. Deshalb ist bekannt, dass Reis mehr Arsen in anorganischer Form enthalten kann als andere pflanzliche Lebensmittel [1].

Warum anorganisches Arsen bewertet wird

„Anorganisches Arsen ist als für den Menschen krebserzeugend klassifiziert, eine gesundheitlich unbedenkliche Aufnahmemenge konnte bislang nicht abgeleitet werden" [1]. Daraus folgt eine Formulierung, die man nicht oft liest: „Das Vorkommen von anorganischem Arsen in Lebensmitteln ist daher in jeder Menge unerwünscht, lässt sich aber nicht vollständig vermeiden" [1]. Zur Einordnung gehört aber auch der zweite Teil der Bewertung: „Eine akute Gesundheitsbeeinträchtigung ist bei den gemessen Gehalten in Reis und Reisprodukten für alle Bevölkerungsgruppen in Deutschland … unwahrscheinlich" [1]. Es geht also um langfristige Aufnahme, nicht um eine akute Gefahr durch eine Reiswaffel.

Welche Produkte das BfR besonders nennt

Genannt werden „Reis und Produkte auf Reisbasis, wie Reiswaffeln, Reissnacks und Reisflocken für Reisbrei" [1] — also genau die Dinge, die im ersten Lebensjahr häufig zum Einsatz kommen. Das BfR sieht hier zusätzlich Forschungsbedarf, „um insbesondere abzuklären, weshalb Reisprodukte, wie zum Beispiel Reiswaffeln oder Reisflocken bzw. Reisbrei, teilweise wesentlich höhere Gehalte an Arsenverbindungen aufweisen können als weißer Reis" [1]. Und es benennt, was Eltern im Laden nicht leisten können: „Verbraucherinnen und Verbraucher können die jeweilige Höhe der Gehalte an anorganischem Arsen im Reis oder in den Reisprodukten nicht erkennen" [1].

Die Empfehlung für Säuglinge und Kleinkinder

Sie ist in einem Satz zusammengefasst: „Eltern wird empfohlen, ihre Säuglinge und Kleinkinder nicht ausschließlich mit reisbasierten Getränken oder Beikost wie Reisbrei zu ernähren" [1]. Dazu kommt der Punkt zu Snacks: „Auch bei Zwischenmahlzeiten sollten sie Produkte wie Reiswaffeln mit reisfreien Zwischenmahlzeiten variieren" [1]. Allgemeiner formuliert das BfR: „Produkte wie Reiswaffeln oder Reisflocken/Reisbrei nur in Maßen zu konsumieren und mit Produkten, die auf anderen Getreidearten wie Mais oder Weizen basieren, zu variieren" [1]. Das Wort, auf das es ankommt, ist „ausschließlich" beziehungsweise „in Maßen" — nicht „nie".

Reisdrinks sind etwas anderes

Bei Getränken auf Reisbasis, der sogenannten Reismilch, ist die Aussage schärfer. Das BfR weist auf Empfehlungen nationaler und internationaler Gremien hin, die diese Ernährungsform ablehnen — „nicht nur wegen der hohen Gehalte an Arsen in den Produkten …, sondern insbesondere wegen der ungeeigneten Nährstoffzusammensetzung, die nicht den Bedürfnissen von Säuglingen entspricht" [1]. Für Säuglinge ist ein Reisdrink also nicht nur eine Arsenfrage, sondern vor allem kein geeignetes Lebensmittel.

Was Höchstgehalte abdecken

Die EU hat Höchstgehalte für anorganisches Arsen für folgende Kategorien beschlossen: „Geschliffener Reis, nicht parboiled (polierter und weißer Reis); parboiled-Reis und geschälter Reis; Reiskekse, Reiswaffeln, Reiskräcker und Reiskuchen; Reis für die Herstellung von Lebensmitteln für Säuglinge und Kleinkinder" [1]. Eingeführt wurden sie „mit Wirkung zum 01. Januar 2016" [1]. Zahlenwerte nennt dieser Artikel nicht — aus den hier geöffneten Quellen ließ sich kein Grenzwert in Milligramm je Kilogramm belastbar zitieren.

Was beim Kochen passiert

Für den Haushalt nennt das BfR einen Ansatz: „Arsenverbindungen können beim Waschen und Kochen von Reis in reichlich Wasser mit geringen Arsengehalten teilweise aus dem Reis in das Wasser übergehen" [1]. Mehr steht dort nicht — keine Wassermenge, kein Verhältnis, keine Kochzeit. Wer also liest, man solle Reis in viel Wasser kochen und es weggießen, findet dafür in dieser Quelle die Richtung, aber keine Anleitung. Für Reisbrei aus Reisflocken greift dieser Weg ohnehin nicht.

Wie das in die Beikost passt

Die deutschen Beikost-Empfehlungen machen Abwechslung ohnehin zum Prinzip: „Es sollte eine Variation der verwendeten Beikostzutaten erfolgen" [2], und ausdrücklich „Kartoffeln können durch Nudeln, Reis oder andere Getreidearten ersetzt werden" [2] — Reis steht dort als eine Option unter mehreren, nicht als Standard. Dieselbe Logik nennt das BfR: Verbraucher sollten „die generelle Empfehlung zu Abwechslung und Vielfalt berücksichtigen und die verzehrten Getreidearten nach Möglichkeit variieren" [1]. Wer mitschreibt, welches Getreide wann im Brei war, sieht leichter, ob es über Wochen immer dasselbe war — in Mamio lassen sich erste Lebensmittel mit Datum festhalten.

Stand der Daten

Die hier zitierte BfR-Seite trägt das Datum 22.12.2020 [1]. Die darin genannten Messungen in Reiswaffeln und reisbasierter Säuglings- und Kleinkindernahrung stammen aus dem Lebensmittelmonitoring 2014 von Bund und Ländern, das auf Antrag des BfR erfolgte; die Gehalte lagen dort niedriger als in den Produkten, die der früheren Stellungnahme zugrunde lagen [1]. Wer sich auf Zahlen stützen möchte, sollte deshalb prüfen, ob das BfR inzwischen neuere Daten veröffentlicht hat.

Häufige Fragen

Darf mein Baby Reiswaffeln essen?

Das BfR spricht kein Verbot aus. Es empfiehlt, Produkte wie Reiswaffeln nur in Maßen zu konsumieren und mit Produkten aus anderen Getreidearten wie Mais oder Weizen zu variieren [1], und bei Zwischenmahlzeiten mit reisfreien Zwischenmahlzeiten abzuwechseln [1].

Ist Reisbrei für Säuglinge geeignet?

Eltern wird empfohlen, Säuglinge und Kleinkinder nicht ausschließlich mit reisbasierten Getränken oder Beikost wie Reisbrei zu ernähren [1]. In den Beikost-Empfehlungen ist Reis eine Option neben Nudeln, Kartoffeln und anderen Getreidearten [2].

Darf mein Baby Reismilch trinken?

Das BfR verweist auf Empfehlungen nationaler und internationaler Gremien, die diese Ernährungsform für Säuglinge ablehnen — nicht nur wegen der Arsengehalte, sondern insbesondere wegen der Nährstoffzusammensetzung, die nicht den Bedürfnissen von Säuglingen entspricht [1].

Hilft es, den Reis zu waschen oder in viel Wasser zu kochen?

Arsenverbindungen können beim Waschen und Kochen in reichlich Wasser mit geringen Arsengehalten teilweise aus dem Reis in das Wasser übergehen [1]. Eine konkrete Anleitung mit Wassermengen oder Kochzeiten nennt die Quelle nicht.

Ist Vollkornreis besser oder schlechter?

Dazu liegt uns aus den hier zitierten Quellen keine Aussage vor. Das BfR nennt die EU-Kategorien für Höchstgehalte — geschliffener Reis, parboiled und geschälter Reis, Reisgebäck, Reis für Säuglings- und Kleinkindernahrung [1] — ohne einen Vergleich der Sorten für Säuglinge zu ziehen.

Muss ich mir Sorgen machen, wenn mein Kind schon viele Reiswaffeln gegessen hat?

Eine akute Gesundheitsbeeinträchtigung hält das BfR bei den gemessenen Gehalten für alle Bevölkerungsgruppen in Deutschland für unwahrscheinlich [1]. Die Empfehlungen zielen auf die langfristige Aufnahme, also auf Abwechslung ab jetzt [1].

Quellen

  1. Fragen und Antworten zu Arsengehalten in Reis und Reisprodukten — BfR — Bundesinstitut für Risikobewertung, 2020. https://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_arsengehalten_in_reis_und_reisprodukten-194346.html (Seitendatum 22.12.2020; Messdaten aus dem Lebensmittelmonitoring 2014) Abgerufen am 2026-10-23.
  2. Abfolge und Auswahl der Beikost — Handlungsempfehlungen — BLE / Netzwerk Gesund ins Leben, 2024. https://www.gesund-ins-leben.de/fuer-fachkreise/bestens-unterstuetzt-durchs-1-lebensjahr/handlungsempfehlungen/beikost/abfolge-und-auswahl-der-beikost/ (Stand 19.08.2016, Teilaktualisierung 2024) Abgerufen am 2026-10-23.
  3. Empfehlungen zur Säuglingsernährung — BIÖG — Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (kindergesundheit-info.de), 2025. https://www.kindergesundheit-info.de/index.php?id=8924 (Stand: 30.11.2025) Abgerufen am 2026-10-23.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel wurde redaktionell vom Mamio-Team erstellt. Er gibt wieder, was die unten genannten Institutionen in ihren Leitlinien und Stellungnahmen veröffentlichen, und dient ausschließlich der allgemeinen Information. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht das Gespräch mit einer Kinderärztin, einem Kinderarzt, einer Hebamme oder einer Ernährungsfachkraft. Das Mamio-Team ist keine ärztliche Einrichtung, erstellt keine Diagnosen und erbringt keine Heilbehandlung. Die Ernährung eines Säuglings ist immer eine Einzelfallentscheidung: Alter, Entwicklung, Gewicht, Vorerkrankungen, Allergien und Medikamente können dazu führen, dass die hier beschriebenen allgemeinen Empfehlungen für dein Kind nicht gelten oder von deiner kinderärztlichen Praxis anders gewichtet werden. Entscheidungen über die Ernährung deines Kindes solltest du deshalb nur gemeinsam mit ihr treffen. Leitlinien werden regelmäßig überarbeitet; maßgeblich ist stets die jeweils aktuelle Fassung der genannten Quelle, das angegebene Datum bezieht sich auf den Stand unserer Prüfung. Eine Haftung für Schäden, die aus der Anwendung dieser allgemeinen Informationen entstehen, wird nicht übernommen. Unberührt bleibt die Haftung für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit sowie für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit. Bei akuten Beschwerden wende dich an deine kinderärztliche Praxis, den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) oder in Notfällen an den Rettungsdienst (112).

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